Schattenmut | der Blog
Gedanken zwischen
Licht & Schatten
Über Angst. Sehnsucht. Mut.
Und das Leben dazwischen.
Hier findest du Gedanken, Geschichten und Impulse für die Momente,
in denen du spürst, dass dein Leben vielleicht nach etwas anderem ruft.
Nicht nach einem perfekten Leben.
Sondern nach einem, das sich wieder mehr nach dir anfühlt
Unsere Themenwelten
Worüber du hier lesen kannst.

MASKEN & SELBSTZWEIFEL
Wenn du dich fragst, wer du unter
all den Erwartungen geworden bist.

ANGST & MUT
Über Angst, innere Grenzen und
den Mut trotzdem loszugehen.

SEHNSUCHT & TRÄUME
Über die leise Stimme in dir,
die immer noch weiß, was dir fehlt.

FREIHEIT & NEUANFANG
Über Veränderungen, Abenteuer und
ein Leben, das wieder deines wird.
PERSÖNLICH
Manchmal musst du untertauchen,
um dich selbst wieder zu finden
Ich dachte, ich würde nach Sardinien fahren,
um Apnoetauchen zu lernen.
Stattdessen begegnete ich unter Wasser einer Frau,
die ich lange nicht mehr gespürt habe: mich selbst.

Hast du schon mal vor einer Menschenmenge gestanden, das Herz bis zum Hals schlagend, die Kehle trocken wie Wüstensand und die Gedanken – einfach weg?
Wenn ja, dann kennst du ihn: diesen Moment, wenn das Lampenfieber wie eine Welle über dich hinwegrollt und dich völlig aus der Bahn wirft.
Ich weiß, wie es sich anfühlt.
Und heute möchte ich dir eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, in der ich meiner größten Angst begegnet bin – und sie nicht nur überlebt, sondern verwandelt habe.
Ich war nach Mallorca geflogen, zu einem Speaker Camp. Zwölf Teilnehmer, zwei Veranstalter, ein Raum mit einer kleinen Bühne. Wir sollten lernen, vor Menschen zu sprechen.
Schon der Gedanke daran hatte mir monatelang den Magen zusammengezogen. Und trotzdem war ich da. Weil irgendetwas in mir wusste: Wenn ich jetzt wieder ausweiche, weiche ich mir selbst aus.
Die Aufgabe war einfach. Zehn Minuten sprechen, über ein Thema unserer Wahl. Vor Menschen, die ich erst seit ein paar Tagen kannte.
Ich hatte mich vorbereitet, wie ich mich immer auf alles vorbereitet habe. Jedes Wort aufgeschrieben. Jede Pause geplant. Jeden Satz so lange geübt, bis er saß.
Alles richtig machen. Bloß nicht auffallen. Bloß keinen Fehler. So hatte ich es mein Leben lang gelernt.
Dann stand ich vorne. Der Zettel zitterte in meinen Händen. Vor mir freundliche, offene Gesichter. Niemand wollte mir etwas Böses.
Und trotzdem spürte ich nur eins: Angst.
Mein Herz raste. Meine Kehle schnürte sich zu. Ich wusste kein einziges Wort mehr. Mir schossen die Tränen in die Augen, und alles in mir schrie: Ich muss hier raus. Ich kann das nicht.
Ich glaube, viele Frauen kennen diesen Moment – auch ohne Bühne. Im Meeting, in dem du etwas sagen willst und schweigst. Am Familientisch, wenn du einmal Nein sagen möchtest. Diesen Moment, in dem die Angst lauter ist als deine eigene Stimme.
Dann hörte ich die Stimme des Veranstalters. Ruhig. Freundlich. Ohne jede Eile.
„Leg den Zettel weg. Atme tief durch. Und sprich einfach. Sprich aus deinem Herzen.“
Den Zettel weglegen. Das klingt so leicht.
Doch dieser Zettel war meine Sicherheit. Mein Plan. Meine Maske. Solange ich ablesen konnte, musste ich mich nicht zeigen.
Ich habe ihn trotzdem weggelegt.
Und dann habe ich gesprochen. Nicht perfekt. Nicht so, wie ich es geprobt hatte. Aber echt. Die Worte kamen, als hätten sie schon lange darauf gewartet. Ich sah in die Gesichter und merkte: Sie hören mir zu. Nicht trotz meiner Unsicherheit. Sondern weil sie gespürt haben, dass da gerade ein Mensch steht und keine Rolle.
Am Ende gab es Applaus. Und bei mir Tränen – diesmal vor Erleichterung.
Die Angst war nicht verschwunden. Sie war die ganzen zehn Minuten da.
Aber ich hatte aufgehört, gegen sie anzukämpfen. Ich hatte aufgehört, mich hinter dem Plan zu verstecken. Und genau da wurde es leichter.
Lange dachte ich, Mut heißt, keine Angst mehr zu haben. Heute glaube ich: Mut heißt, mit der Angst loszugehen. Sie mitzunehmen, statt darauf zu warten, dass sie irgendwann von selbst geht.
Und vielleicht ist Lampenfieber gar nicht nur ein Zeichen dafür, dass wir uns fürchten. Vielleicht zeigt es auch, dass uns etwas wirklich wichtig ist.
Du musst dazu nicht nach Mallorca fliegen. Deine Bühne kann ein Gespräch sein, ein Vorstellungstermin, ein Satz, den du schon lange sagen willst. Diese vier Gedanken haben mir geholfen:
Atme länger aus, als du einatmest. Ein paar ruhige Atemzüge, bei denen das Ausatmen langsamer ist als das Einatmen, helfen deinem Körper, ein wenig herunterzufahren. Ich mache das bis heute, bevor ich etwas tue, das mir Angst macht.
Stell dir vor, wie es gut wird. Wir sind erstaunlich gut darin, uns jedes Scheitern in allen Farben auszumalen. Male dir stattdessen einmal aus, wie du ruhig dort stehst und sagst, was du sagen willst.
Sprich freundlich mit dir. Statt „Ich kann das nicht“: „Ich bin aufgeregt, weil es mir wichtig ist. Und ich darf trotzdem sprechen.“
Leg deinen Zettel weg. Nicht immer wörtlich. Aber vielleicht gibt es etwas, an dem du dich festhältst, um dich nicht zeigen zu müssen. Was wäre, wenn du es einmal loslassen würdest?
Ich habe auf dieser Bühne gezittert, geweint und gezweifelt. Und gerade deshalb war es einer der ehrlichsten Momente meines Lebens.
Du brauchst keine perfekte Vorstellung. Du brauchst nur dich.
Was, wenn deine Stimme schon lange darauf wartet, gehört zu werden?
Ich freue mich, wenn du mir erzählst, wo deine Bühne gerade ist – in den Kommentaren oder über [mein Kontaktformular].
Von Herzen, Kathrin
Die Geschichte ist dieselbe geblieben. Geändert haben sich vor allem der Ton und die Botschaft.
Der Schlüssel liegt nicht im fehlerfreien Vortrag. Sondern darin, dass du dich traust zu fühlen – und trotzdem weitergehst.
Ich habe auf Mallorca meine größte Angst gespürt – und sie durchlebt. Und gerade weil ich gezittert, geweint und gezweifelt habe, war mein Vortrag am Ende so kraftvoll.
Authentizität schlägt Perfektion – jedes Mal.
Wenn du dich also das nächste Mal vor Menschen zeigen sollst, denk an mich. Denk daran, wie ich meinen Zettel in die Ecke warf und endlich zu mir fand.
Du brauchst keine perfekte Show.
Du brauchst nur Dich.
Hat dich etwas hier berührt?
Dann nimm dir 15 Minuten nur für dich. Der kostenlose Schattenmut-Check hilft dir zu sehen, wo du gerade funktionierst, welche Masken du trägst – und wonach du dich eigentlich sehnst.
Button: MEIN KOSTENLOSER 15-MINUTEN-CHECK
…zeige ich dir, wie du mit Hilfe von binauralen Beats dein Unterbewusstsein gezielt auf Ruhe und Selbstvertrauen programmierst – für deine nächste Bühne, dein nächstes Meeting oder einfach dein nächstes „Ich trau mich“.
Wenn dir dieser Beitrag gefallen hat, hinterlass mir gern einen Kommentar. Ich freue mich über deine Erfahrungen, Gedanken oder Ängste – denn gemeinsam sind wir stärker.
Mit Mut, Stimme & Herz,
Deine Kathrin von endlich-angstfrei